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Herbstzeitlose


Es ist ein Tag wie gestern, jeder
graut und dämmert in die Nacht.
Die Zeit vergeht, ein Schuh aus Leder
hat den zähen Schritt gemacht,

der jeden Morgen wieder näher
bringt und gestern schwinden lässt.
Das letzte Korn hackt noch der Häher
aus dem kargen Feld; durchnässt

liegt jeder Halm in seiner Welt
aus spät geträumter Blüte.
Der Himmel schlägt sein graues Zelt,
als ob er noch behüte,

was bald schon klamm im Frost zerfällt.
Es ist Oktober, weiß der Wind,
und peitscht, so wie es ihm gefällt
das längst verirrte Sommerkind

in einen dunklen Märchenwald.
Ein Baum, schon bar des bunten Laubes
greift es auf mit seinen Zweigen,
Bald schon voller neuen Zaubers

wird es neu geboren sein: entdeckt
vom Schnee, der warm vergeht
zu einem neuen Jahr erweckt,
vom Frühlingswind hinausgeweht

in einen Tag wie gestern, jeder
schaut und leuchtet in die Nacht.
Die Zeit geschieht, es gib kein Weder,
noch hat je der Herbst die Macht.

RPK 251010

RPK 261010


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