Es wirkt kein hergebrachtes Schild:
Der Mensch ist nicht aus grauem Blei.
Im Auge noch das bleiche Bild
von Nagasakis Konterfei.
Als Schatten legt es sich anbei
in strahlend helle Gräben.
Das Leben schmilzt zu schnell vorbei
an kontrollierten Stäben.
Die Bäuerin pflückt den Salat
aus grünem, unsichtbarem Tod;
auf jedem Blatt klebt der Verrat
an Hiroshima, falschem Jod
und Caesium. Aus Menschlichkeit,
die aus dem Grab entwachsen ist,
bleibt uns wohl für die Ewigkeit
nur Halbwertszeit der eignen Frist,
die uns für uns gegeben scheint.
Wann läuft sie ab? Ich weiß es nicht.
Die Sonne, die am Himmel weint,
taucht Japan in ein stummes Licht.
RPK 200311